Timberjacks auf dem W:O:A 2026
- vor 2 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Feuer, Pastrami und eine verdammt wilde Woche
Wacken ist laut, wild und definitiv kein Ort, an dem man einfach mal eben einen Foodstand aufbaut und schaut, was passiert. Als die Veranstalter des Wacken Open Air bei uns anfragten, ob wir uns vorstellen könnten, mit einem eigenen Stand Teil des Festivals zu werden, wurde aus einem ersten Gedanken ziemlich schnell ein konkreter Plan.
Für uns war es das erste Mal. Noch nie zuvor hatten wir einen Timberjacks Foodstand auf einem Festival dieser Größe betrieben. Aber genau das macht Timberjacks aus. Neue Wege gehen, Erfahrungen sammeln und manchmal einfach sagen: Komm, wir machen das.
Aus einer ersten Idee entstand ein Konzept, aus dem Konzept wurde ein Foodstand und daraus schließlich eine Woche voller Feuer, Pastrami, langer Nächte und ziemlich vieler Geschichten.
Aufbau mit Hindernissen
Am Dienstag reiste unser Team an und begann mit dem Aufbau. Die Veranstalter hatten alles gut organisiert. Es gab genaue Anfahrtsskizzen, feste Anmeldestellen und zugewiesene Parkplätze. Trotzdem musste sich unser Team auf dem riesigen Gelände erst einmal orientieren und den eigenen Platz finden.
Eigentlich waren wir gut vorbereitet. Vor Ort wurde allerdings schnell klar, dass wir zwei wichtige Dinge noch nicht ausreichend berücksichtigt hatten: den Fußboden und ein zweites Waschbecken.
Ein Foodstand darf aus hygienischen Gründen nicht einfach auf einer Wiese stehen. Der Boden muss fest und abwaschbar sein. Auch für die Wasserversorgung gab es klare Anforderungen, die erfüllt werden mussten.
Also hieß es improvisieren. Während ein Kollege die umliegenden Baumärkte abklapperte, mussten gleichzeitig Teile des bereits aufgebauten Standes wieder abgebaut werden. Beim Fußboden halfen uns schließlich die Veranstalter mit stabilen Gummiplatten aus, die unter dem Stand ineinandergesteckt werden konnten.
Damit war der Ablauf klar: Alles wieder runter, Boden verlegen, sauber machen und den Stand erneut aufbauen. Der Anreisetag wurde dadurch deutlich ereignisreicher als ursprünglich geplant. Und Wacken hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal angefangen.
Mittwoch um 11 Uhr öffnet Wacken
Am Mittwoch um 11 Uhr durften die ersten Besucher das Festivalgelände betreten. Für viele der Foodstände war das längst Routine. Einige stehen jedes Jahr an ihrem festen Platz und haben inzwischen sogar ihre eigenen Stammgäste.
Für uns war dagegen alles neu. Wir wussten nicht, wie schnell die Besucher unseren Stand entdecken würden, wie viele Sandwiches wir verkaufen könnten und ob unsere Abläufe auch dann funktionieren würden, wenn mehrere Bestellungen gleichzeitig hereinkommen.
Der erste Verkaufstag war deshalb vor allem dazu da, Erfahrungen zu sammeln. Rückblickend war der Mittwoch tatsächlich unser schwächster Tag. Zu diesem Zeitpunkt konnte allerdings noch niemand ahnen, wie stark sich die Nachfrage in den folgenden Tagen entwickeln würde.
Warum wir uns für Pastrami entschieden haben
Eine der wichtigsten Fragen bei der Vorbereitung lautete natürlich: Was verkauft man eigentlich auf Wacken?
Das Gericht musste zu Timberjacks passen, echtes BBQ bieten und gleichzeitig unter Festivalbedingungen funktionieren. Steaks waren dafür nicht ideal. Ein gutes Steak muss frisch zubereitet werden, braucht die richtige Garstufe und entsprechend Zeit.
Auch Burger wären schwierig geworden. Die Patties müssten bei jeder Bestellung frisch gebraten werden. Wenn mehrere Gäste gleichzeitig vor dem Stand stehen, kann aus einem schnellen Burger deshalb schnell eine lange Wartezeit werden.
Wir brauchten also etwas, das hochwertig schmeckt, sich gut vorbereiten lässt und trotzdem schnell beim Gast landet. Die Antwort war Pastrami.
Die Basis unseres Sandwichs bildete ein großes, rustikales Natursauerteigbrot, das eher an kräftiges Landbrot als an ein gewöhnliches Festivalbrötchen erinnerte. Darauf kamen fein geschnittenes Pastrami, eingelegte rote Zwiebeln, Gewürzgurken und unsere Fig Honey Mustard Sauce.
Wenige Zutaten, aber jede davon mit ordentlich Geschmack. Das Ergebnis passte zu Timberjacks und ließ sich gleichzeitig schnell zubereiten. Genau das brauchten wir für Wacken.
Hinter jedem Sandwich steckte ein klares System
Ein gutes Rezept allein reicht auf einem Festival natürlich nicht aus. Wenn tausende Menschen unterwegs sind und plötzlich eine Schlange vor dem Stand entsteht, müssen auch die Abläufe funktionieren.
Deshalb hatte jeder Bereich eine feste Aufgabe. An der Fleischstation kümmerte sich ein Teil des Teams um die Vorbereitung und das Parieren. Nach mehreren Stunden im Smoker kam das fertige Pastrami an die Aufschnittmaschine und wurde dort in feine Scheiben geschnitten. Währenddessen garte im Smoker bereits die nächste Portion.
Parallel rösteten wir das Sauerteigbrot frisch auf drei Grills von The Bastard. Danach kamen Brot, Pastrami, Zwiebeln, Gurken und Sauce an der Zubereitungsstation zusammen. Direkt daneben befanden sich die Kasse und die Ausgabe, sodass jede Bestellung ohne lange Wege weitergegeben werden konnte.
Teilweise wurden vier Sandwiches auf einmal bestellt. Dann wurden vier Brote geröstet, vier Sandwiches belegt und vier Bestellungen ausgegeben. Anschließend kamen direkt die nächsten.
Durch diese klare Aufteilung konnten auch kleinere Schlangen schnell abgearbeitet werden. Obwohl der Andrang im Laufe der Woche immer größer wurde, entstand kein großes Festivalchaos.
Und dann sprach sich das Pastrami herum
Der erste Verkaufstag verlief noch relativ ruhig. Bereits am zweiten Tag verkauften wir doppelt so viele Sandwiches wie am Mittwoch. Am dritten Tag waren es dreimal so viele und am vierten Tag schließlich viermal so viele wie zu Beginn.
Das Feedback der Gäste war dabei ziemlich eindeutig. Immer wieder erzählten uns Besucher, dass unser Pastrami für ein Festival außergewöhnlich gut sei. Auch das Verhältnis von Preis und Leistung wurde häufig gelobt.
Das größte Kompliment war allerdings, dass viele Gäste wiederkamen. Einige standen nicht nur ein zweites Mal an unserem Stand, sondern besuchten uns im Laufe des Festivals immer wieder. Offenbar gehörte das Pastrami Sandwich für sie irgendwann fest zum persönlichen Wacken Programm.
Natürlich gab es dabei auch Begegnungen, die wahrscheinlich nur auf einem Festival passieren können. Ein Besucher hatte offenbar schon das ein oder andere Bier getrunken und war von seinem Sandwich ziemlich begeistert. So begeistert, dass er einem unserer Mitarbeiter scherzhaft Schläge androhte.
Für einen kurzen Moment war nicht ganz klar, wie ernst das gemeint war. Dann erklärte er: „Ich bin selber Koch und das ist das beste Pastrami, das ich jemals gegessen habe!“
Die angedrohten Schläge waren glücklicherweise nur Spaß. Das Kompliment meinte er dagegen vollkommen ernst, denn direkt danach bestellte er ein zweites Sandwich. Auch später wurde er noch mehrfach an unserem Stand gesehen.
Wacken eben.
Fünf Minuten Sepultura
Die Woche bestand natürlich nicht nur aus Smoker, Sandwiches und Kasse. Unser Videograf war ebenfalls vor Ort, um das gesamte Abenteuer festzuhalten. Geplant waren eine Dokumentation für YouTube, Inhalte für Social Media, Aufnahmen vom Essen und natürlich jede Menge Eindrücke vom Festival.
Wenn man schon auf Wacken ist, möchte man irgendwann auch dorthin, wo die Musik spielt. Unser Ziel war deshalb klar: Wir wollten mit der Kamera direkt an die Bühne.
Als Betreiber eines Foodstands hatten wir allerdings keinen Presseausweis und damit auch keinen regulären Zugang zum Bühnengraben. Die erste Antwort der Security war deshalb vollkommen korrekt und ziemlich eindeutig: Nein.
Wir akzeptierten die Entscheidung und gingen einmal um das Konzertgelände herum. Dort trafen wir auf Mitarbeiter der Security, die wir bereits kannten. Auf Wacken entsteht innerhalb weniger Tage eine eigene kleine Welt. Security, Bühnenbauer, Foodstände und viele weitere Teams wohnen teilweise auf denselben Campingflächen. Man sieht sich, kommt ins Gespräch und kennt sich irgendwann.
So wurde aus dem ursprünglichen Nein schließlich doch noch eine kurze Erlaubnis. Fünf Minuten durften wir vor die Hauptbühne und bei Sepultura filmen. Das reichte aus, um die geplanten Aufnahmen einzufangen. Wenig später war der Content im Kasten und die Mission erfüllt.
Mehr als nur Arbeit
Die Tage auf Wacken waren lang. Am letzten Verkaufstag blieb unser Stand sogar bis ungefähr 2 Uhr nachts geöffnet. Natürlich waren irgendwann alle müde und ziemlich durch.
Trotzdem blieb unserem Team besonders in Erinnerung, dass sich die Woche nach einer Weile nicht mehr nur wie Arbeit anfühlte. Es wurde gemeinsam gelacht, herumgealbert und mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen. Wenn es stressig wurde, halfen alle mit. Wenn kurz Zeit zum Durchatmen war, wurde auch diese gemeinsam genutzt.
Genau dadurch entstand ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Die langen Tage wurden zusammen durchgestanden und trotz der Anstrengung hatten alle jede Menge Spaß. Aus einem Arbeitseinsatz wurde ein Erlebnis, über das wahrscheinlich noch lange gesprochen wird.
Der letzte Verkaufstag
Am vierten Tag hatte sich unser Pastrami endgültig auf Wacken herumgesprochen. Wir verkauften viermal so viele Sandwiches wie am ersten Tag und hielten den Stand bis ungefähr 2 Uhr nachts geöffnet.
Der eigentliche Abbau folgte am Sonntag. Um 10 Uhr traf sich das Team und begann damit, den Stand wieder auseinanderzubauen. Nach vier Tagen Festival wollten zu diesem Zeitpunkt allerdings alle nur noch nach Hause.
Also wurde schnell, konzentriert und pragmatisch gearbeitet. Nach ungefähr drei Stunden war alles abgebaut, sortiert und verstaut. Danach machte sich das Team müde, aber mit jeder Menge Geschichten im Gepäck, auf den Heimweg.
Eine Klassenfahrt für Erwachsene
Wenn wir die komplette Woche in einem Satz zusammenfassen müssten, wäre es wahrscheinlich dieser: Wacken war eine Klassenfahrt für Erwachsene. Es war Arbeit und es waren lange Tage. Es gab Herausforderungen, spontane Lösungen und einige Situationen, mit denen vorher niemand gerechnet hatte. Gleichzeitig wurde viel gelacht, gemeinsam angepackt und mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen.
Das Wichtigste war dabei das Gemeinschaftsgefühl. Wenn man gemeinsam arbeitet, gemeinsam lacht und gemeinsam die verrücktesten Situationen erlebt, fühlen sich selbst viele Stunden Arbeit irgendwann nicht mehr nur nach Arbeit an. Sie werden zu einer gemeinsamen Geschichte.
Ob es ein weiteres Timberjacks goes Wacken geben wird, steht aktuell noch nicht fest. Die Entscheidung darüber wird erst noch getroffen. Eine Sache hat diese Woche allerdings ziemlich deutlich gezeigt: Timberjacks und Wacken passen verdammt gut zusammen.
BBQ, laute Musik, verrückte Geschichten, gute Menschen, lange Nächte und jede Menge Pastrami. Eine ziemlich wilde Woche und definitiv eine, die wir so schnell nicht vergessen werden.




Kommentare